Kurz erklärt
Ein Funktionstest für die Pilotserie sollte beantworten, ob jede Baugruppe die vereinbarten Funktionen unter definierten Bedingungen erfüllt. Dafür braucht es reproduzierbare Prüfschritte, begründete Grenzwerte und eine Zuordnung jedes Ergebnisses zur getesteten Hardware- und Firmwareversion.
Aus Anforderungen eine Prüfliste ableiten
Beginnen Sie mit den Funktionen, deren Ausfall beim Kunden relevant wäre: Versorgung, Ein- und Ausgänge, Kommunikation, Messkanäle oder Aktoren. Beschreiben Sie pro Funktion einen Stimulus und eine erwartete Reaktion. Die Aussage LED leuchtet reicht nicht, wenn eigentlich die Genauigkeit einer Messung nachgewiesen werden soll.
Trennen Sie Prüfungen an jedem Gerät von Untersuchungen an ausgewählten Mustern. Eine Pilotserie ist hilfreich, um den Ablauf zu verbessern; eine kleine Stückzahl beweist jedoch keine langfristige Zuverlässigkeit und ersetzt keine erforderliche Produktprüfung.
Prüfmittel und Grenzen festhalten
Dokumentieren Sie Anschlussplan, Versorgung, Lasten, Wartezeiten und Messmittel. Definieren Sie Grenzwerte aus den Produktanforderungen und berücksichtigen Sie die Unsicherheit der Messung. Kopieren Sie keinen Grenzwert von einem einzelnen guten Muster, ohne seine Bedeutung zu prüfen.
Ein Referenzgerät kann helfen, einen defekten Adapter oder eine verstellte Prüfeinrichtung zu erkennen. Auch dieses Gerät benötigt eine Kennung und einen dokumentierten Zustand. Eine Referenz, die stillschweigend repariert oder umprogrammiert wird, verliert ihren Vergleichswert.
Programmierung mit der Prüfung verknüpfen
Die ausgelieferte Firmware muss identifizierbar sein. STM32CubeProgrammer bietet Programmier- und Verifikationsfunktionen sowie eine Kommandozeilenschnittstelle; ob diese Werkzeuge in den eigenen Prüfablauf passen, muss für die konkrete Hardware geprüft werden. STMicroelectronics — STM32CubeProgrammer
Speichern Sie Seriennummer, Baugruppenrevision, Firmwarekennung, Prüfprogrammversion und Ergebnis gemeinsam. Bei gerätespezifischen Kalibrierdaten muss zusätzlich eindeutig sein, welcher Datensatz zu welchem Exemplar gehört. Ein bestandener Test mit einer anderen Firmware ist kein gleichwertiger Nachweis.
Fehler nach Bearbeitung erneut beurteilen
Legen Sie fest, welche Fehler eine Nacharbeit erlauben und welche zunächst eine technische Entscheidung benötigen. Bewahren Sie das ursprüngliche Fehlerbild auf. Ein späterer bestandener Test sollte den vorherigen Fehlversuch nicht aus dem Protokoll löschen.
Beispiel: Mehrere Baugruppen fallen beim Steckerkontakttest aus. Erfassen Sie Position, Fehlerhäufigkeit und Prüfadapter, bevor Sie auf ein Bauteilproblem schließen. Es kann erforderlich sein, sowohl die Montage als auch den Prüfkontakt zu untersuchen. Jede vermutete Ursache braucht einen nachvollziehbaren Vergleichstest.
Vor dem Start der Pilotserie
- Prüfanweisung mit Stimulus, Ergebnis und Grenzwerten freigeben.
- Adapter, Messmittel und Referenzgerät eindeutig kennzeichnen.
- Firmware und Prüfsoftware auf freigegebene Versionen festlegen.
- Ergebnisse pro Baugruppe speichern und Fehler nachvollziehbar bearbeiten.
- Offene Punkte der Pilotserie vor dem nächsten Los bewerten.
Häufige Fragen
Muss jeder Test automatisiert werden?
Nein. Für kleine Stückzahlen können dokumentierte manuelle Schritte sinnvoll sein. Automatisierung lohnt sich besonders bei Wiederholungen, fehleranfälliger Bedienung oder aufwendiger Datenerfassung.
Darf nach einer Reparatur nur der zuvor fehlerhafte Schritt wiederholt werden?
Das hängt von der Änderung ab. Prüfen Sie, welche anderen Funktionen betroffen sein könnten, und definieren Sie den Wiederholungsumfang vor der Freigabe.
Technische Quellen
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